Zum Hauptinhalt springen

Praxis-Wissensdatenbank

Ergonomie-Audit

Das Ergonomie-Audit hilft, physische Störfaktoren am Arbeitsplatz zu identifizieren und zu vereinbaren, was an Möbeln, Licht, Lärm, Temperatur und Ausstattung verbessert werden soll.

Organisation ergonomic-audit
Dokumentationsabschnitte

Was ist das

Ein Ergonomie-Audit ist eine Überprüfung der Bedingungen, unter denen Menschen täglich arbeiten. Eine Führungskraft oder eine für das Büro verantwortliche Person sammelt Signale zu unbequemen Möbeln, schlechter Beleuchtung, Lärm, Temperatur, fehlender Ausstattung und fehlenden Bereichen für konzentriertes Arbeiten. Die Praxis hilft, Störfaktoren zu beseitigen, die in den Aufgaben nicht sichtbar sind, aber Ermüdung, Konzentration und Arbeitsqualität beeinflussen.

Wann es hilft

  • Mitarbeitende klagen über Müdigkeit, Rückenschmerzen, Augenbelastung oder Kopfschmerzen nach dem Arbeitstag.
  • Das Team wird häufig durch Lärm, Durchgangsbereiche oder ständige Gespräche in der Nähe abgelenkt.
  • Menschen arbeiten mit unbequemen Möbeln, schlechten Monitoren, schwachem Licht oder unpassender Temperatur.
  • Im Büro oder in hybriden Teams fehlen ruhige Zonen für fokussiertes Arbeiten und kurze Anrufe.

Wie man beginnt

  1. 1 Benennen Sie eine verantwortliche Person für das Audit: Office-Manager/in, HR oder eine Führungskraft, die Signale sammelt und Korrekturen zur Entscheidung bringt.
  2. 2 Sammeln Sie Beschwerden und Beobachtungen zu mehreren Bereichen: Arbeitsplätze, Besprechungsräume, Licht, Lärm, Temperatur, Ausstattung und Fokuszonen.
  3. 3 Führen Sie einen kurzen Rundgang durch die Arbeitsplätze durch und notieren Sie wiederkehrende Probleme, die mehrere Personen stören.
  4. 4 Teilen Sie die Erkenntnisse in schnelle Korrekturen, Anschaffungen und Fragen auf, die eine Budgetabstimmung oder Regelungen zur Raumnutzung erfordern.
  5. 5 Halten Sie eine Maßnahmenliste mit Verantwortlichen fest, damit die Mitarbeitenden sehen, welche Probleme in Bearbeitung genommen werden.

Erwartete Wirkung

Das Team hat weniger alltägliche Störungen im Arbeitsalltag: Es fällt leichter, sich zu konzentrieren, Anrufe zu führen und ohne unnötige körperliche Anspannung zu arbeiten. Für die Führungskraft wird es einfacher, organisatorische Störfaktoren von persönlichen Vorlieben zu unterscheiden und Entscheidungen zur Arbeitsumgebung auf Basis wiederkehrender Signale zu treffen.

Häufige Fehler

  • Das Audit nur auf den Möbelkauf zu beschränken und Lärm, Licht, Temperatur, Durchgangsbereiche und Nutzungsregeln für Zonen zu übersehen.
  • Beschwerden ohne eine Person zu sammeln, die für Lösungen zuständig ist: Mitarbeitende hören schnell auf, Probleme zu melden, wenn sich nichts ändert.
  • Allen individuelle Bedingungen zu versprechen, obwohl Budget und Raum nur die Behebung der häufigsten und schwerwiegendsten Probleme zulassen.
  • Mitarbeitende im Homeoffice zu ignorieren: Auch für sie sind grundlegende Arbeitsbedingungen und Ausstattung wichtig.

Vertiefende Lektüre

  • Norm: ISO 9241, Ergonomie der Mensch-System-Interaktion.
  • Dokumentation: OSHA, Computer Workstations eTool.
  • Buch: Stephen Pheasant, Christine Haslegrave, Bodyspace: Anthropometry, Ergonomics and the Design of Work.

FAQ

Wer sollte für das Ergonomie-Audit verantwortlich sein?

In der Regel ist die verantwortliche Person der Office-Manager, HR oder die operative Führungskraft. Wichtig ist, dass sie Zugang zu den Mitarbeitenden, Lieferanten, dem Budget und den Entscheidungsträgern für Raumfragen hat.

Kann man ohne externe Beratung beginnen?

Ja. Für den ersten Schritt reicht es, wiederkehrende Beschwerden zu sammeln, einen Rundgang durch die Arbeitsbereiche zu machen und offensichtliche Störungen zu beheben. Eine externe Beratung ist notwendig, wenn komplexe Anforderungen, umstrittene Entscheidungen oder ein hohes Gesundheitsrisiko bestehen.

Wie erkennt man, dass das Audit einen Nutzen gebracht hat?

Achten Sie darauf, ob es weniger wiederkehrende Beschwerden über Lärm, Licht, Temperatur, Möbel und Ausstattung gibt. Hilfreich ist auch zu prüfen, ob die Mitarbeitenden die Fokuszonen und neuen Regeln wie vorgesehen nutzen.

Was tun, wenn Mitarbeitende unterschiedliche Bedingungen wünschen?

Lösen Sie zuerst Probleme, die bei vielen auftreten und die Arbeit am stärksten beeinträchtigen. Individuelle Wünsche halten Sie separat fest und berücksichtigen diese nach den grundlegenden Korrekturen.