Zum Hauptinhalt springen

Praxis-Wissensdatenbank

Regelmäßige 1:1-Gespräche (One-on-Ones)

Regelmäßige 1:1-Gespräche helfen der Führungskraft und dem Mitarbeitenden, Erwartungen, Barrieren, Entwicklung, Anerkennung und Feedback separat zu besprechen.

Organisation Team one-on-ones
Dokumentationsabschnitte

Was ist das

Das 1:1-Gespräch ist ein kurzes, regelmäßiges Treffen zwischen Führungskraft und Mitarbeitendem ohne die allgemeine Team-Agenda. Es schließt die Führungslücke, die entsteht, wenn Erwartungen, Schwierigkeiten und Entwicklung nur dann besprochen werden, wenn es bereits Probleme gibt oder eine formale Beurteilung ansteht. Die Praxis funktioniert besser, wenn das Treffen einem Rhythmus folgt, eine einfache Struktur hat und mit klaren Vereinbarungen endet.

Wann es hilft

  • Die Mitarbeitenden verstehen nicht, was die Führungskraft von ihrer Rolle, ihren Prioritäten oder ihren Ergebnissen erwartet.
  • Probleme tauchen spät auf, weil die Mitarbeitenden keinen vertraulichen Kanal haben, um sie zu besprechen.
  • Feedback erfolgt nur bei Reviews, nach Fehlern oder in Konfliktsituationen.
  • Die Führungskraft bemerkt den Beitrag des Mitarbeitenden selten und verknüpft Anerkennung nicht mit konkreten Handlungen.
  • Die Entwicklung des Mitarbeitenden wird zufällig besprochen und ist nicht mit den aktuellen Aufgaben verknüpft.

Wie man beginnt

  1. 1 Legen Sie einen festen Rhythmus für die Treffen im Team fest und reservieren Sie im Voraus Termine im Kalender.
  2. 2 Vereinbaren Sie eine einfache Agenda: Barrieren, Erwartungen, Feedback, Entwicklung und Anerkennung.
  3. 3 Führen Sie das erste Treffen mit Fokus auf die Fragen des Mitarbeitenden durch, nicht auf den Status der Aufgaben.
  4. 4 Halten Sie nach dem Treffen 1 bis 3 Vereinbarungen fest: Maßnahme, Zuständigkeit und Überprüfungsfrist.
  5. 5 Prüfen Sie nach mehreren Treffen, welche Themen sich wiederholen und wo die Führungskraft ihren Führungsstil anpassen muss.

Erwartete Wirkung

Das Team erkennt Barrieren früher, Erwartungen werden klarer und Feedback sammelt sich nicht bis zur formalen Beurteilung an. Die Führungskraft kann die Entwicklung des Mitarbeitenden leichter unterstützen und konkrete Arbeitsbeiträge wahrnehmen.

Häufige Fehler

  • Das 1:1-Gespräch in ein Status-Meeting zu Aufgaben umzuwandeln und keinen Raum für die Fragen des Mitarbeitenden zu lassen.
  • Treffen bei hoher Arbeitsbelastung abzusagen: Dadurch verliert die Praxis schnell an Vertrauen.
  • Vereinbarungen nicht festzuhalten, sodass dieselben Themen ohne Fortschritt immer wiederkehren.
  • Das Treffen nur für Kritik zu nutzen, ohne den Beitrag anzuerkennen und die Entwicklung zu besprechen.
  • Das Ritual einzuführen, ohne Führungskräfte auf Zuhören und konkretes Feedback vorzubereiten.

Vertiefende Lektüre

  • Buch: Kim Scott, Radical Candor
  • Buch: Julie Zhuo, The Making of a Manager
  • Artikel: Harvard Business Review, How to Make Your One-on-Ones with Employees More Productive

FAQ

Wer sollte die Verantwortung für die Praxis tragen?

Die Organisation kann den Standard und die Erwartungen festlegen, doch für das konkrete Treffen ist die direkte Führungskraft zuständig. Sie hält den Rhythmus ein, unterstützt den Mitarbeitenden bei der Vorbereitung von Themen und sorgt für die Umsetzung der Vereinbarungen.

Kann man ohne Berater starten?

Ja. Es genügt, einen Rhythmus festzulegen, den Führungskräften eine kurze Vorlage mit Fragen an die Hand zu geben und zu vereinbaren, wo die nächsten Schritte festgehalten werden. Ein Berater wird nur benötigt, wenn die Führungskräfte nicht über grundlegende Feedback-Fähigkeiten verfügen.

Was tun, wenn der Mitarbeitende im 1:1-Gespräch schweigt?

Beginnen Sie mit einfachen Fragen zu Barrieren, Erwartungen und den Arbeitslösungen der vergangenen Woche. Füllen Sie die Pausen nicht mit dem Aufgabenstatus. Vertrauen entsteht, wenn die Führungskraft zuhört und kleine Vereinbarungen umsetzt.

Woran erkennt man, dass die Praxis funktioniert?

Wiederkehrende Barrieren treten früher auf, die Treffen münden in konkrete Vereinbarungen und der Mitarbeitende bringt selbst Themen ein. Falls die Treffen allerdings nur formal und ohne Folgeschritte stattfinden, muss die Praxis neu ausgerichtet werden.