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Praxis-Wissensdatenbank

Virtuelle Coworking-Sessions

Virtuelles Coworking ist eine regelmäßige Online-Session für paralleles Arbeiten, die dem Remote-Team das Gefühl der Anwesenheit von Kollegen vermittelt, ohne zusätzliche Meetings.

Team virtual-coworking-sessions
Dokumentationsabschnitte

Was ist das

Es ist ein Teamritual: Die Teilnehmenden verbinden sich in einem gemeinsamen Videokonferenzraum, nennen kurz ihren Arbeitsschwerpunkt, arbeiten dann still oder in getrennten Räumen und tauschen sich in den Pausen aus. Diese Praxis löst das Problem der Isolation und des schwachen Teamgefühls bei Remote-Mitarbeitenden. Sie ist hilfreich für Aufgaben, bei denen Menschen Fokus und einfachen Zugang zu Kollegen brauchen, ersetzt aber keine persönlichen Einzelgespräche oder inhaltlichen Teamdiskussionen.

Wann es hilft

  • Remote-Mitarbeitende haben außerhalb von Arbeitsanrufen selten Kontakt und fühlen sich vom Team getrennt.
  • Das Team kommuniziert viel in Chats, aber den Mitarbeitenden fehlt die leichte Anwesenheit von Kollegen während des Tages.
  • Neuen Teammitgliedern fällt es schwer, den Arbeitsrhythmus des Teams und die informellen Regeln der Zusammenarbeit zu verstehen.
  • Mitarbeitende schieben Fokusaufgaben auf, weil sie zu Hause oder im hybriden Modus leicht den Arbeitsrhythmus verlieren.

Wie man beginnt

  1. 1 Wählen Sie einen regelmäßigen Slot im Teamkalender aus und beschränken Sie ihn auf Aufgaben, bei denen keine ständige Diskussion erforderlich ist.
  2. 2 Benennen Sie eine Moderatorin oder einen Moderator, die/die die Session eröffnet, die kurzen Arbeitsschwerpunkte der Teilnehmenden sammelt und die Pausen im Blick behält.
  3. 3 Führen Sie die erste Session mit einer einfachen Regel durch: kurzes Check-in, ruhiges Arbeiten, gemeinsame Pause für Fragen und Austausch.
  4. 4 Halten Sie die Teilnahmeregeln fest: Kamera nach Wunsch, Mikrofon während der Fokusphase aus, Fragen werden in den Chat geschrieben oder in die Pause verschoben.
  5. 5 Überprüfen Sie nach einigen Sessions, wem das Format hilft und wen es stört, und lassen Sie die Teilnahme freiwillig.

Erwartete Wirkung

Das Team profitiert von mehr losen, aber regelmäßigen Kontaktpunkten: Die Mitarbeitenden sehen, dass Kolleginnen und Kollegen anwesend sind, stellen schneller kleine Fragen und fallen weniger aus dem gemeinsamen Rhythmus. Die Führungskraft kann Remote-Mitarbeitende leichter unterstützen, ohne verpflichtende Status-Meetings hinzuzufügen.

Häufige Fehler

  • Die Teilnahme für alle verpflichtend machen: Das Format verwandelt sich schnell in eine Anwesenheitskontrolle.
  • Die Session wie ein gewöhnliches Meeting mit langer Tagesordnung abhalten, anstatt paralleles Arbeiten zu ermöglichen.
  • Die Kamera während der gesamten Dauer eingeschaltet zu lassen verlangen, auch wenn dies die Konzentration stört.
  • Arbeitsblöcke nicht von Pausen trennen: Dann schweigen die Teilnehmenden entweder ohne Kontakt oder lenken sich ständig gegenseitig ab.

Vertiefende Lektüre

  • Buch: Jason Fried, David Heinemeier Hansson, Remote: Office Not Required
  • Buch: Cal Newport, Deep Work
  • Bericht: Buffer, State of Remote Work

FAQ

Wer sollte für diese Praxis verantwortlich sein?

In der Regel beginnt die Teamleitung oder der Teamlead damit. Danach kann die Moderatorenrolle unter den Teilnehmenden rotieren, damit das Format nicht von einer Person abhängt.

Wie lange sollte die Session dauern?

Beginnen Sie mit einem kurzen Slot, den das Team bereitwillig nutzt. Nicht die Anzahl der Minuten ist entscheidend, sondern eine klare Struktur: Check-in, fokussierte Arbeit und eine Pause für Fragen.

Müssen alle die Kamera einschalten?

Nein. Die Kamera kann das Gefühl der Anwesenheit unterstützen, aber eine strikte Anforderung verringert oft die Bereitschaft zur Teilnahme. Es ist besser, eine freiwillige Regelung zu vereinbaren.

Woran erkennt man, dass das Format funktioniert?

Fragen Sie die Teilnehmenden, ob es ihnen leichter fällt, fokussierte Aufgaben zu beginnen, ob kleine Fragen schneller geklärt werden und ob das Gefühl der Einzelarbeit nachgelassen hat.