Praxis-Wissensdatenbank
Individueller Entwicklungsplan (IDP)
Der individuelle Entwicklungsplan hält Wachstumsziele, Kompetenzen, Projekte, Weiterbildung und regelmäßige Gespräche über den Fortschritt zwischen dem Mitarbeitenden und der Führungskraft fest.
Dokumentationsabschnitte
Was ist das
Der individuelle Entwicklungsplan, kurz IDP, ist eine Arbeitsvereinbarung darüber, wie ein Mitarbeitender in seiner aktuellen oder zukünftigen Rolle wachsen wird. Darin werden die benötigten Kompetenzen, praktischen Aufgaben, Weiterbildung, Unterstützung und Fortschrittsindikatoren festgehalten. Diese Vorgehensweise hilft, allgemeine Karriereerwartungen in konkrete Schritte zu übersetzen, die in regelmäßigen Meetings besprochen werden können.
Wann es hilft
- Der Mitarbeitende versteht nicht, welche Kompetenzen für den nächsten Karriereschritt erforderlich sind.
- Entwicklungsgespräche finden selten statt und enden mit allgemeinen Wünschen.
- Weiterbildungen werden eingekauft oder zugewiesen, ohne Bezug zu den Arbeitsaufgaben.
- Die Führungskraft möchte Wachstum ermöglichen, legt aber keine konkreten Projekte und Unterstützung fest.
- Im Team besteht das Risiko, leistungsstarke Mitarbeitende aufgrund unklarer Perspektiven zu verlieren.
Wie man beginnt
- 1 Wählen Sie einen Mitarbeitenden oder eine kleine Gruppe aus, bei der der Karrierewunsch bereits offen besprochen wurde.
- 2 Führen Sie ein Gespräch über die gewünschte Rolle, Stärken und Kompetenzen, die den nächsten Schritt behindern.
- 3 Legen Sie 2–3 Entwicklungsziele fest, die mit realen Aufgaben, Projekten oder Verantwortungsbereichen verknüpft sind.
- 4 Bestimmen Sie die Unterstützung: Führungskraft, Mentor:in, Kurs, praktische Aufgabe oder regelmäßiges Feedback.
- 5 Überprüfen Sie den Plan im nächsten Einzelgespräch und vereinbaren Sie, wie Sie Fortschritte feststellen werden.
Erwartete Wirkung
Der IDP macht Entwicklung zum Gegenstand regelmäßiger Vereinbarungen und nicht eines einmaligen Gesprächs. Für den Mitarbeitenden wird klarer, was als Nächstes zu tun ist, die Führungskraft kann leichter Aufgaben und Unterstützung auswählen, und HR erkennt, wo Karriereerwartungen von den Möglichkeiten des Teams abweichen.
Häufige Fehler
- Der Plan wird zu einer Liste von Kursen ohne Arbeitsaufgaben, bei denen der Mitarbeitende neue Kompetenzen anwenden kann.
- Die Führungskraft verspricht Karrierewachstum, das weder das Team noch das Unternehmen mit realen Möglichkeiten untermauern kann.
- Der IDP wird einmal ausgefüllt und in den Einzelgesprächen nicht wieder aufgegriffen.
- Die Entwicklungsziele wählt allein die Führungskraft aus, ohne den Wunsch und die Motivation des Mitarbeitenden zu berücksichtigen.
- Der Plan wird als Bewertungsdokument verwendet, weshalb der Mitarbeitende Schwierigkeiten und tatsächliche Interessen verbirgt.
Vertiefende Lektüre
- Buch: Beverly Kaye, Julie Winkle Giulioni, Help Them Grow or Watch Them Go
- Buch: Whitney Johnson, Disrupt Yourself
- Bericht: LinkedIn Workplace Learning Report, Trends in der Weiterbildung und Mitarbeiterentwicklung
- Dokumentation: SHRM, Materialien zu individuellen Entwicklungsplänen und Karriereentwicklung
FAQ
Wer sollte den IDP besitzen?
Der Mitarbeitende trägt die Verantwortung für seine Entwicklung, und die Führungskraft hilft, die Ziele mit Aufgaben, Feedback und den Möglichkeiten des Teams zu verknüpfen. HR kann eine Vorlage bereitstellen und darauf achten, dass die Gespräche nicht einschlafen.
Kann man ohne ein komplexes HR-System beginnen?
Ja. Für den Start genügt ein kurzes Dokument mit Zielen, Kompetenzen, Maßnahmen, Unterstützung und dem Datum des nächsten Gesprächs. Wichtiger als das Format der Vorlage ist die regelmäßige Besprechung.
Wie viele Entwicklungsziele sollten aufgenommen werden?
Es ist besser, einige wenige greifbare Ziele auszuwählen, die sich mit realen Aufgaben verknüpfen lassen. Eine lange Liste verliert schnell den Fokus und hilft der Führungskraft selten, die passende Unterstützung zu finden.
Was tun, wenn der Mitarbeitende keinen IDP möchte?
Drängen Sie den Plan nicht als Pflicht auf. Beginnen Sie mit einem Gespräch über aktuelle Aufgaben, Interessen und Schwierigkeiten. Wenn kein Entwicklungswunsch besteht, einigen Sie sich nur auf die Kompetenzen, die für die aktuelle Rolle erforderlich sind.