Zum Hauptinhalt springen

Praxis-Wissensdatenbank

Teamwork Training

Teamwork Training sind strukturierte Sitzungen, in denen das Team Vertrauen, gegenseitige Hilfe, Konflikte und das Einhalten von Versprechen anhand gemeinsamer Regeln und praktischer Übungen analysiert.

Organisation Team teamwork-training
Dokumentationsabschnitte

Was ist das

Teamwork Training ist eine Reihe von Arbeitssitzungen darüber, wie das Team bei realen Aufgaben interagiert. Die Teilnehmenden analysieren typische Situationen: Wer übernimmt Verantwortung, wie wird um Hilfe gebeten, wie wird ohne persönliche Angriffe diskutiert und wie werden nicht eingehaltene Versprechen wieder in den Arbeitsprozess zurückgeführt. Die Praxis ist hilfreich, wenn das Problem nicht in einem einzelnen Prozess liegt, sondern in wiederkehrenden Gewohnheiten der Zusammenarbeit.

Wann es hilft

  • Kollegen bitten selten um Hilfe, selbst wenn eine Aufgabe offensichtlich feststeckt.
  • Vereinbarungen nach Besprechungen gehen schnell verloren und das Team diskutiert wiederholt dasselbe.
  • Konflikte werden zu persönlichen Vorwürfen oder werden bis zum Verpassen von Fristen totgeschwiegen.
  • Teilnehmende sind sich nicht sicher, ob Kollegen ihre Versprechen ohne ständige Erinnerungen einhalten.
  • Neue Mitarbeitende verstehen die unausgesprochenen Regeln des Teams lange nicht.

Wie man beginnt

  1. 1 Wählen Sie ein Team und ein Arbeitsthema: Versprechen, Hilfe, Konflikte oder Diskussionsregeln.
  2. 2 Bestimmen Sie einen Sitzungsverantwortlichen, der 2-3 reale Situationen ohne Namen und Vorwürfe sammelt.
  3. 3 Führen Sie ein kurzes Treffen durch, in dem das Team die Situationen analysiert und sich auf zwei neue Verhaltensregeln einigt.
  4. 4 Halten Sie die Regeln an einem gemeinsamen Ort fest: wie wir um Hilfe bitten, wie wir diskutieren und wer überfällige Versprechen wieder in die Arbeit einbringt.
  5. 5 Überprüfen Sie beim nächsten Treffen, welche Regeln funktioniert haben und welche vereinfacht oder entfernt werden müssen.

Erwartete Wirkung

Das Team erhält eine gemeinsame Sprache für schwierige Gespräche und verständliche Regeln für die Zusammenarbeit. Für die Führungskraft wird es einfacher, nicht eingehaltene Versprechen und Konflikte als Arbeitsfälle zu besprechen und nicht als persönliche Eigenschaften der Mitarbeitenden.

Häufige Fehler

  • Das Training als Vorlesung durchführen: Ohne Analyse realer Situationen ändert das Team seine alltäglichen Gewohnheiten nicht.
  • Über Personen statt über Verhalten sprechen: das verringert die Sicherheit und verstärkt Abwehrreaktionen.
  • Zu viele Themen auf einmal angehen, sodass das Team keine neue Regel verinnerlichen kann.
  • Nach der Sitzung nicht auf die Vereinbarungen zurückkommen: Regeln bleiben schnell nur in Notizen.

Vertiefende Lektüre

  • Buch: Patrick Lencioni, The Five Dysfunctions of a Team
  • Buch: Amy C. Edmondson, The Fearless Organization
  • Buch: Roger Fisher, William Ury, Getting to Yes
  • Studie: Google re:Work, Project Aristotle über die Erfolgsfaktoren effektiver Teams

FAQ

Braucht es einen externen Facilitator?

Für den ersten Schritt ist das nicht zwingend erforderlich. Eine Führungskraft oder HR kann eine kurze Sitzung zu einem Thema durchführen, wenn sie vorab Arbeitssituationen von persönlichen Vorwürfen trennt und Gesprächsregeln festlegt.

Wie viel Zeit sollte man für den Start einplanen?

Beginnen Sie mit einem Treffen zu einem Thema. Das reicht aus, um zu sehen, ob das Team bereit ist, reale Fälle zu besprechen und Erkenntnisse in einfache Vereinbarungen umzuwandeln.

Wer sollte nach der Sitzung für die Praxis verantwortlich sein?

In der Regel ist die Führungskraft des Teams verantwortlich. Sie bringt die Vereinbarungen in die regelmäßigen Treffen ein und achtet darauf, dass die Regeln auf Aufgaben angewendet werden und nicht bloßes Schulungsmaterial bleiben.

Was tun, wenn Teilnehmende Widerstand leisten?

Engen Sie das Thema auf ein konkretes Arbeitssymptom ein: zum Beispiel, wie das Team mit überfälligen Versprechen umgeht. Fordern Sie keine persönlichen Geständnisse und diskutieren Sie nicht den Charakter der Menschen.

Woran erkennt man, dass die Praxis funktioniert?

Achten Sie auf Arbeitssignale: Das Team spricht Risiken früher an, bittet schneller um Hilfe, hält die Verantwortlichen für Vereinbarungen fest und kehrt seltener zu denselben Konflikten zurück.