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Praxis-Wissensdatenbank

Mentoring und Buddy (Mentoring)

Ein Mentor oder Buddy hilft Mitarbeitenden, sich schneller in ihrer Rolle, den ungeschriebenen Regeln und den Entwicklungsschritten zurechtzufinden – durch regelmäßige Arbeitsgespräche.

Organisation Team mentoring-and-buddy-system
Dokumentationsabschnitte

Was ist das

Mentoring verbindet weniger erfahrene Mitarbeitende mit jemandem, der ähnliche Aufgaben bereits gemeistert hat und praktisches Wissen weitergeben kann. Ein Buddy hilft meist zu Beginn: Er erklärt Prozesse, stellt Kontakte her und reduziert die Unsicherheit in den ersten Wochen. Die Praxis funktioniert besser, wenn das Paar ein klares Ziel, regelmäßigen Kontakt und die Unterstützung der Führungskraft hat.

Wann es hilft

  • Neue Mitarbeitende suchen lange nach Antworten und sind auf zufällige Hilfe von Kolleg:innen angewiesen.
  • Mitarbeitende verstehen nicht, welche Fähigkeiten für den nächsten Schritt in ihrer Rolle erforderlich sind.
  • Starke Fachkräfte häufen Wissen bei sich an, geben es aber selten an andere weiter.
  • Nach dem Wechsel in ein neues Team fällt es schwer, die ungeschriebenen Arbeitsregeln zu verstehen.
  • Die Führungskraft hat nicht die Zeit, die Entwicklung jedes einzelnen Mitarbeitenden persönlich zu begleiten.

Wie man beginnt

  1. 1 Wählen Sie eine Teilnehmergruppe aus: Neueinsteiger:innen, neue Führungskräfte oder Mitarbeitende mit klarem Entwicklungsbedarf.
  2. 2 Bestimmen Sie Mentor:innen aus Personen, die bereit sind, regelmäßig zu helfen, und die Arbeitslösungen erklären können.
  3. 3 Vereinbaren Sie das Ziel des Paares: Eingewöhnung, Entwicklung einer bestimmten Fähigkeit, Vorbereitung auf eine neue Rolle oder die Analyse von Arbeitssituationen.
  4. 4 Legen Sie einen einfachen Rhythmus fest: ein kurzes Treffen, eine Themenliste und einen Ort, an dem die Beteiligten Vereinbarungen festhalten.
  5. 5 Prüfen Sie nach einigen Treffen, ob die Mitarbeitenden weniger offene Fragen haben und der nächste Entwicklungsschritt klarer ist.

Erwartete Wirkung

Das Team gibt implizites Wissen schneller weiter: Mitarbeitende wissen, an wen sie sich mit Fragen wenden können, verlieren sich weniger in Regeln und übernehmen neue Aufgaben mit mehr Selbstvertrauen. Die Führungskraft erhält einen zusätzlichen Kanal zur Entwicklungsunterstützung, ohne ihre eigene Verantwortung zu ersetzen.

Häufige Fehler

  • Mentor:in formal ernennen und keine Zeit für Gespräche einplanen.
  • Die Rolle des Buddys mit der Leistungsbeurteilung vermischen: Mitarbeitende stellen dann keine ehrlichen Fragen mehr.
  • Ein Paar nur nach Position zusammenstellen, ohne die Bereitschaft und den Kommunikationsstil zu prüfen.
  • Das Programm ohne Ziel lassen: Die Treffen werden zu zufälligen Gesprächen.
  • Entscheidungen, die die Führungskraft treffen sollte, auf den Mentor übertragen.

Vertiefende Lektüre

  • Buch: Lois J. Zachary, The Mentor's Guide
  • Buch: W. Brad Johnson, On Being a Mentor
  • Studie: Tammy D. Allen et al., Career Benefits Associated With Mentoring for Protégés

FAQ

Wer sollte die Praxis verantworten?

HR oder die Führungskraft können die Regeln festlegen, aber die operative Verantwortung bleibt bei der Teamführungskraft: Sie wählt die Teilnehmenden aus, verknüpft das Mentoring mit den Rollenaufgaben und prüft, ob das Paar die Mitarbeitenden voranbringt.

Worin unterscheidet sich ein Buddy von einem Mentor?

Ein Buddy hilft meist, sich schnell im Team zurechtzufinden: Prozesse, Personen, Regeln, Alltagsfragen. Ein Mentor arbeitet eher an der Kompetenzentwicklung, an Karriereentscheidungen und der Analyse komplexer Arbeitssituationen.

Kann man ohne ein separates Programm starten?

Ja. Es reicht, einige Paare auszuwählen, sich auf Ziel und Rhythmus der Treffen zu einigen und dann nach einem kurzen Zyklus zu prüfen, welche Fragen geklärt wurden und was am Format geändert werden muss.

Woran erkennt man, dass die Praxis funktioniert?

Achten Sie auf praktische Anzeichen: Die Mitarbeitenden finden schneller die richtigen Ansprechpersonen, stellen präzisere Fragen, kommen bei typischen Situationen weniger ins Stocken und können den nächsten Entwicklungsschritt benennen.