Zum Hauptinhalt springen

Praxis-Wissensdatenbank

Lunch and Learn

Lunch and Learn ist eine kurze Zusammenkunft, bei der ein Kollege praktische Erfahrungen teilt und das Team neue Arbeitstechniken ohne aufwändiges Schulungsprogramm erhält.

Organisation Team lunch-and-learn
Dokumentationsabschnitte

Was ist das

Es handelt sich um einen informellen Vortrag, eine Fallbesprechung oder einen Workshop während der Mittagspause oder in einem separaten kurzen Zeitfenster. Die Methode hilft, Wissen aus den persönlichen Erfahrungen der Mitarbeitenden zu gewinnen und für das gesamte Team zugänglich zu machen. Sie funktioniert gut, wenn das Thema praxisnah ist, der Referent einfache Sprache verwendet und die Teilnahme freiwillig bleibt.

Wann es hilft

  • Nützliche Arbeitstechniken bleiben bei einzelnen Spezialisten und erreichen die anderen nur selten.
  • Das Team möchte lernen, ist aber nicht bereit, ein großes Schulungsprogramm zu starten.
  • Neue Mitarbeitende lernen die Arbeitsansätze über lange Zeit nur durch zufällige Gespräche kennen.
  • Zwischen den Teams gibt es wenige Gelegenheiten, sich ohne formelle Berichte in Ruhe auszutauschen.

Wie man beginnt

  1. 1 Wählen Sie ein praxisnahes Thema aus, das sich anhand eines realen Arbeitsbeispiels erklären lässt.
  2. 2 Bestimmen Sie einen Moderator aus dem Team und einigen Sie sich auf ein kurzes Format ohne aufwändige Vorbereitung.
  3. 3 Führen Sie den ersten Termin zu einer günstigen Zeit durch und lassen Sie Raum für Fragen, nicht nur für einen Vortrag.
  4. 4 Halten Sie die wichtigsten Erkenntnisse an einem gemeinsamen Ort fest, damit auch diejenigen, die nicht teilnehmen konnten, später darauf zurückgreifen können.
  5. 5 Erkundigen Sie sich nach dem Treffen, welche Themen die Teilnehmenden als Nächstes behandeln möchten.

Erwartete Wirkung

Das Team gibt Arbeitstechniken schneller untereinander weiter, und die Führungskraft kann leichter erkennen, welches Wissen bereits vorhanden ist. Diese Methode senkt die Hürde für das Lernen: Mitarbeitende müssen nicht auf einen Kurs warten, um ein nützliches Beispiel von einem Kollegen zu erhalten.

Häufige Fehler

  • Das Treffen in eine Pflichtveranstaltung mit Rechenschaftspflicht zu verwandeln, statt eines freiwilligen Erfahrungsaustauschs.
  • Ein zu breites Thema wählen, das sich nicht in einem kurzen Zeitfenster behandeln lässt.
  • Die Erkenntnisse nur im Gespräch zu belassen, sodass das Wissen schnell verloren geht.
  • Nur immer denselben Experten das Wort zu erteilen, ohne den Kreis der Moderatoren zu erweitern.

Vertiefende Lektüre

  • Buch: Etienne Wenger, Richard McDermott, William Snyder, Cultivating Communities of Practice
  • Buch: Peter M. Senge, The Fifth Discipline
  • Studie: Amy Edmondson, Psychologische Sicherheit und Lernen in Teams

FAQ

Wer sollte für diese Methode verantwortlich sein?

In der Regel beginnt die Führungskraft oder HR, aber danach ist es besser, Kalender und Themen dem Team selbst zu überlassen. Der Verantwortliche achtet auf den Rhythmus, hilft bei der Auswahl der Referenten und reduziert überflüssige Formalitäten.

Kann man ohne Budget und externe Trainer starten?

Ja. Der erste Termin kann mit eigenen Kräften durchgeführt werden: ein Arbeitsthema auswählen, einen Kollegen bitten, ein Beispiel zu zeigen, und Fragen sammeln. Ein externer Experte ist nur für Themen nötig, zu denen intern keine Erfahrung vorhanden ist.

Was tun, wenn die Leute nicht vortragen möchten?

Beginnen Sie mit einem Duo-Format: Eine Person stellt einen Fall vor, die zweite hilft beim Stellen von Fragen. Verlangen Sie keine perfekte Präsentation. Je geringer das Risiko, schlecht dazustehen, desto leichter fällt es den Leuten, ihre Erfahrungen zu teilen.

Woran erkennt man, dass das Format funktioniert?

Achten Sie darauf, ob die Teilnehmenden auf die Materialien zurückgreifen, neue Themen vorschlagen und die gezeigten Techniken bei der Arbeit anwenden. Nach einigen Treffen genügt eine einfache Rückmeldungsrunde.