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Praxis-Wissensdatenbank

Mentor-Matching

Das Mentor-Matching bringt Neulinge mit erfahrenen Mitarbeitenden nach Rolle, Interessen und Entwicklungsweg zusammen, damit die Unterstützung am Anfang gezielt und nachhaltig ist.

Organisation mentor-matching
Dokumentationsabschnitte

Was ist das

Es ist ein Prozess, bei dem einem Neuling nicht nach Verfügbarkeit, sondern nach klaren Kriterien ein Mentor zugewiesen wird: Rolle, Erfahrung, Kompetenzen, Interessen und möglicher Karriereweg. So wird das Problem beliebiger Unterstützung gelöst, bei der Neulinge nicht dort Hilfe erhalten, wo sie am dringendsten benötigt wird. Die Praxis ist besonders nützlich, wenn sich Rollen in Kontext, Werkzeugen oder ungeschriebenen Regeln unterscheiden.

Wann es hilft

  • Neulinge erhalten unterschiedlich gute Mentoren und der Onboarding-Erfolg hängt stark vom Zufall ab.
  • Führungskräfte weisen Mentoren nach Verfügbarkeit zu, statt nach Übereinstimmung von Erfahrung und Aufgaben des Neulings.
  • Neue Mitarbeitende verstehen den Rollenkontext oft lange nicht, weil niemand mit ähnlichem Arbeitshintergrund greifbar ist.
  • Mentoren sind überlastet oder passen fachlich, interessensmäßig oder im Kommunikationsstil nicht zu den Neulingen.
  • Das Team möchte dem Neuling schneller das Gefühl vermitteln, willkommen zu sein und dass seine Arbeitsanforderungen verstanden werden.

Wie man beginnt

  1. 1 Legen Sie die Kriterien für das Mentor-Matching fest: Rolle des Neulings, Kernaufgaben, benötigte Kompetenzen, Interessen und gewünschter Stil der Unterstützung.
  2. 2 Erstellen Sie eine kurze Liste erfahrener Mitarbeitender, die bereit sind, Neulinge zu unterstützen und die Erwartungen an die Mentor-Rolle verstehen.
  3. 3 Ordnen Sie jedem Neuling anhand von zwei bis drei Hauptkriterien einen Mentor zu, nicht nur nach verfügbarer Zeit.
  4. 4 Halten Sie die Vereinbarung fest: Wer ist der Mentor, welche Themen deckt er ab, wie häufig trifft er sich mit dem Neuling und wohin leitet er schwierige Fragestellungen weiter.
  5. 5 Überprüfen Sie nach einigen Wochen, ob das Tandem passt, und tauschen Sie den Mentor bei Bedarf ohne Schuldzuweisungen aus, wenn die Unterstützung nicht greift.

Erwartete Wirkung

Neulinge finden schneller die richtige Ansprechperson für rollen- und kontextspezifische Fragen, und die Führungskraft sieht, wo bereits Unterstützung zugewiesen ist. Das Team spart Zeit durch weniger wiederholte Erklärungen und senkt das Risiko, dass neue Mitarbeitende mit ungeschriebenen Regeln allein gelassen werden.

Häufige Fehler

  • Den am leichtesten verfügbaren Mitarbeitenden ohne Prüfung von Erfahrung und Bereitschaft zu helfen zum Mentor zu machen.
  • Den Mentor als Ersatz für die Führungskraft zu sehen: Ziele, Feedback und rollenbezogene Entscheidungen liegen weiterhin bei der Führungskraft.
  • Dem Mentor die Erwartungen nicht zu kommunizieren, sodass die Unterstützung zu beiläufigen Chat-Nachrichten verkommt.
  • Das Nichtpassen eines Tandems zu ignorieren, obwohl der Neuling Fragen vermeidet oder der Mentor seinen Arbeitskontext nicht versteht.

Vertiefende Lektüre

  • Buch: Lois J. Zachary, The Mentor's Guide
  • Buch: David Clutterbuck, Everyone Needs a Mentor
  • Studie: Tammy D. Allen et al., Career Benefits Associated with Mentoring for Proteges
  • Bericht: SHRM, Materialien zu Buddy-Programmen und Onboarding

FAQ

Wer sollte für das Mentor-Matching zuständig sein?

In der Regel legt der oder die Verantwortliche für den Onboarding-Prozess oder HR die Regeln fest, und die Führungskraft der Rolle bestätigt das Tandem. Da die Führungskraft den Arbeitskontext des Neulings besser versteht, kann die finale Zuweisung nicht völlig einer allgemeinen Liste überlassen werden.

Kann man auch ohne ein umfangreiches Mentoring-Programm starten?

Ja. Eine Liste mit Kriterien, eine Liste interessierter Mentoren und eine kurze Vereinbarung zu den Treffen reichen aus. Die erste Version sollte einfach sein, danach lassen sich die Kriterien anhand des Feedbacks von Neulingen und Mentoren verfeinern.

Was ist zu tun, wenn Mentor und Neuling nicht zusammenpassen?

Tauschen Sie das Tandem ruhig und ohne Schuldzuweisungen aus. Das Nichtpassen kann an unterschiedlicher Spezialisierung, Kommunikationsstil oder Auslastung liegen. Es ist wichtig, von Anfang an klarzustellen, dass ein Austausch möglich ist und keinen Misserfolg darstellt.

Woran erkennt man, dass das Mentor-Matching funktioniert?

Achten Sie darauf, ob der Neuling früher Fragen stellt, den benötigten Kontext schneller findet und ob regelmäßige Treffen mit dem Mentor stattfinden. Hilfreich ist es auch, den Neuling zu fragen, welche Themen der Mentor abdeckt und welche weiterhin offen bleiben.